Wangentreppen
Bei einer Wangentreppe werden an beiden Seiten Wangen oder Träger einsetzt, um die Stufen zu tragen oder zu begrenzen. Mit Wangen sind die tragenden Bauteile gemeint. Sie tragen die zwischen ihnen liegenden Triffstufen. Eine Wange, die am Treppenauge anliegt, bezeichnet man als Freiwange. Liegt die Wange dagegen genau an der Wand an oder ist höchstens 6 cm von ihr entfernt, spricht man von einer Wandwange. Bei Wangentreppen lassen sich der Handlauf und die Wangen nach den individuellen Wünschen der Bauherren gestalten.
Was sind Wangentreppen?
Als Wangentreppen werden Konstruktionen bezeichnet, bei denen die Stufen nicht auf einer Metall- oder Betonkonstruktion aufliegen. Die Stufen sind in seitlichen Wangen befestigt.
Die Wangentreppe ist eine der frühesten Formen der Treppen. Deshalb ist sie vor allem in alten Wohngebäuden zu finden. Allerdings ist die Wangentreppe auch in den modernen Häusern eine gängige Alternative. Bei der Wangentreppe liegen die Stufen in Ausfräsungen der Wangen auf. Wangen die an der Wand liegen, werden als Wandwangen bezeichnet. An der freien Seite befindliche Wangen nennt der Fachmann Freiwangen. Bei viertel- oder halbgewendelten Treppen werden diese Wangen auch als Licht- oder Öffnungswangen bezeichnet. Bei gewendelten Treppen ist ein bogenförmiges Übergangsstück üblich. Dieses verbindet zwei Wangen miteinander und wird in der Fachsprache als Kropfstück bezeichnet.
Bezeichnung der Ausfräsungen
Neben den verschiedenen Wangenbezeichnungen sind auch für die Fräsungen in den Wangen verschiedene Bezeichnungen üblich. Halbgestemmte Treppen bilden die häufigste Form der Wangentreppen. Die Größe der Ausfräsung ist identisch mit der Breite der Stufe. Durch ihre Konstruktion ist diese Form sowohl für gerade als auch für gewendelte Treppen geeignet.
Gestemmte Wangentreppen verfügen sowohl über eine Trittstufe, als auch über eine Setzstufe. Die Treppenstufen sind deshalb vollständig geschlossen. Sowohl Tritt- als auch Setzstufe sind in Ausfräsungen eingelassen. Während die Setzstufe am oberen Ende über ein Nut mit der Trittstufe verbunden ist, läuft sie unten an der Trittstufe vorbei und ist mit ihr über Dübel oder Nägel verbunden.
Bei der eingeschnittenen Treppe gehen die Fräsungen durch die gesamte Wangenbreite. Die Stufen stehen vorne und hinten über.
Bei der eingeschobenen Treppe gehen die Fräsungen nicht durch das gesamte Profil. Sie können schwalbenschwanzförmig gearbeitet sein. Die Stufen stehen nur nach vorne über den Rand der Wangen hinaus. Sowohl die eingeschnittene als auch die eingeschobene Treppe können nicht für Wendeltreppen verwendet werden.
Materialien der Wangentreppen
Grundsätzlich kann eine Wangentreppe aus jedem Material gefertigt werden, das eine Fräsung der Wangen erlaubt. Die gängigsten Variationen sind allerdings Holz- und Metalltreppen.
Im Bereich der Metallwangentreppen tritt allerdings eine Besonderheit auf. Die Konstruktion wird nicht gefräst, sondern die Stufen werden verschraubt. Dies ist durch den Umstand begründet, dass die Metallwangen meistens aus Blechen oder dünnem Stahl bestehen. Die Materialdicke würde nicht ausreichen um eine Fräsung zu ermöglichen. Deshalb muss hier ein anderes Prinzip erfolgen.
Holzwangentreppen sind in jeder gängigen Holzart verfügbar. Treppen die eine hohe Belastung aushalten müssen, sollten in Hartholz gefertigt werden. Das Material ist wesentlich unempfindlicher und weist bei Belastungen nicht so schnell Kerben auf wie Weichhölzer.
Hier einige Beispiele von Wangentreppen der Firma Stadler

